Pushpak Ramayana Buch 6Zurück WeiterNews

Canto 119 - Lob des Vishnu

Der schrille Schrei bohrte sich in Ramas Ohren, und traurige Tränen überfluteten seine Augen. Doch siehe, durch den Himmel schwebend kam ein glorreicher Götterzug heran. Da kamen in ehrwürdigem Status die verstorbenen Ahnen, welche von den Menschen verehrt werden (Pitris). Es war da jener, der den Reichtum regiert (Kuvera), und auch Yama, der tief drunten herrscht, König Indra, der Tausendäugige, und der, der das Szepter des Meeres schwingt (Varuna). Es kam der Gott, welcher den Stier im Wappen trägt (Shiva), und Brahma, der höchst freigebige Gott, unter dessen Kommando die Welten entstanden. Alle diese kamen in glänzenden Wagen daher, die heller als die Sonnenstrahlen waren, und reihten sich dort auf, wo der Prinz der Raghus stand. Und die Besten dieser Götter sprachen von ihren glitzernden Sitzen zum Anführer: "Wie kannst du, der Herr von allem, wie kannst du, Schöpfer der Welten, es erlauben, daß deine Königin und Gemahlin dem Feuer trotzt und ihren Körper dem Scheiterhaufen übergibt? Erkennst du nicht, du höchst Weiser, deine himmlische Natur?"

(M.N.Dutt übersetzt noch: "Warum vernachlässigst du Vaidehi wie ein gewöhnlicher Mann?")

Dann schwiegen sie, und Rama sprach: "Ich sehe mich als sterblicher Mann der alten Ikshvaku Linie. Ich stamme von Dasaratha, Kosals König, ab." Er verstummte und Brahma selbst erwiderte: "Oh, wirf diesen leeren Gedanken ab. Du bist Narayana, der Gott, vor dem sich alle Wesen verneigen. Du bist der Rettergott, der einst die Gestalt eines Ebers annahm. Dein Diskus besiegt alle gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen Feinde. Du bist Brahma, dessen Tage sich ohne Anfang, Werden oder Ende erstrecken. Bist der Gott, der den Bogen der Zeit trägt und den vier majestätische Arme schmücken. Du bist der Gott, der die Sinne regiert und mit sanftem Einfluß herrscht. Du bist der alles erhaltende Herr Vishnu, der das immer siegreiche Schwert trägt. Du bist der Führer, der zum Rechten führt. Du bist Krishna mit seiner unvergleichlichen Macht. Deine Hand, oh Herr, erhält Berge, Ebenen und die ganze Erde mit all ihrem Leben. Du wirst in Schlangenform erscheinen, wenn die Erde in Feuer und Sturm versinkt. Königin Sita mit ihrer lieblichen Stirn ist Lakshmi, deine göttliche Gefährtin. Um die Welt von Ravana zu befreien, nahmst du die Gestalt an, welche du gerade trägst. Jubele, denn die mächtige Aufgabe ist getan. Freu dich, du Großer und Herrlicher. Der Tyrann ist tot, beende deine Mühe. Steige triumphierend in den Himmel auf. Hohes Glück erwartet den Anhänger, der sich in liebender Treue dir verbindet und der mit feierlichem Gebet den Herrn der nimmer beginnenden Tage lobt. Hier auf Erden und im Himmel droben soll große Freude seine Treue und Liebe krönen. Und jener, der die göttliche Geschichte liebt, welche von deinen herrlichen Taten erzählt, soll in des Lebens schönem Verlauf niemals den schrecklichen Angriff von Schmerz und Leid kennenlernen."


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