Pushpak Ramayana Buch 7Zurück WeiterNews

Canto 113 - Rama schickt Bharata in die Schlacht mit den Gandharas

Eines Tages sandte Yudhajit, der König von Kekaya, den Sohn seines Lehrers Angeras zum hochbeseelten Rama. Er hieß Gargya und war ein brahmanischer Heiliger von ungeminderter Kraft. Als Zeichen seiner Zuneigung gab er ihm viele Gaben mit: zehntausend Pferde, zahllose Decken, verschiedene Edelsteine, Kleidung und kostbare Tücher. Als der kluge Rama von der Ankunft des großen Heiligen mit all den wertvollen Geschenken von seinem Onkel Yudhajit, erfuhr, reiste er ihm mit seinen Brüdern ungefähr ein Krosa (so weit, wie die Stimme trägt) entgegen, um ihn zu empfangen und zu ehren, wie der Herr der Götter Vrihaspati ehrt. Als der Beste der Rishis willkommen geheißen war, akzeptierte Rama all die Geschenke von seinem Onkel und befragte dann den Asketen über sein Wohlergehen in allen Dingen. Der große Rishi nahm Platz, und Rama sprach zu ihm: "Du bist einer der Besten, die in der Redekunst geübt sind, grad wie der Lehrer der Götter. Da du selbst hierher gekommen bist, muß mein Onkel dich mit einer sehr wichtigen Botschaft beauftragt haben." Da ließ ihn der große Weise den Grund seines Kommens wissen: "Oh du mit den langen Armen, wenn du geneigt bist, dann höre die liebevollen Worte, die dein Onkel Yudhajit, dieser Beste der Männer, gesagt hat. Die Gandharas, diese waffentragenden Experten in der Kriegskunst, bewachen die schöne, an Früchten und Wurzeln reiche Provinz (Gandhara) am Ufer des Flusses Sindhu. Diese Gandharas sind die Söhne von Sailuska, oh Held. Sie sind sehr mächtig und zählen dreißig Millionen (drei Kotis). Hisse die Flagge deines Sieges, erobere die malerische Stadt der Gandharas und vereine dieses Königreich mit deinen herrlich eingerichteten Ländereien. Niemand sonst kann dort eintreten. Oh du mit den langen Armen, ich bitte dich nicht um irgendeinen Schaden. Möge dieses zauberhafte Land dir gefallen." Mit Entzücken antwortete Rama auf die Worte seines Onkels, welche ihm der große Heilige überbracht hatte: "Was du befiehlst, soll geschehen." Dann schaute er auf Bharata und sprach weiter zum Heiligen mit frohem Sinn und gefalteten Händen: "Oh Brahmarshi, diese beiden Prinzen sind die Söhne von Bharata. Ihre Namen sind Taksha und Pushkala. Wohl beschützt von Onkel Yudhajit und mit Bharata an der Spitze nebst Armee und Gefolge werden sie die Gandharas unterwerfen und das Königreich unter sich aufteilen. Nachdem er zwei Königreiche errichtet hat und seine beiden Söhne auf den Thron gesetzt hat, wird Bharata, dieser Fromme, zu mir zurückkehren." So sprach Rama zum Brahmarshi, gab dann seine Befehle an Bharata und inthronisierte die beiden Prinzen. Unter günstigen und vorteilhaften Sternen setzte sich Gargya an die Spitze, und dann verließen Bharata, die Prinzen und die Armee Ayodhya. Die nicht einmal von Göttern besiegbare Armee des Rama marschierte für einen Monat, wie eine himmlische Armee unter dem Kommando des Indra. Tiere, die von Fleisch lebten, und riesige, kampfesdurstige Rakshasas folgten Bharata. Es flogen viele tausend Vögel durch den Himmel, und Löwen, Tiger und Eber liefen der Armee voran. Auf halbem Wege erreichte die Armee mit ihren frohgesinnten und gesunden Untertanen das Königreich Kekaya.


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