Pushpak Ramayana Buch 7Zurück WeiterNews

Canto 32 - Der Kampf zwischen Göttern und Rakshasas. Tod des Sumalin

"Den Kailash überquerend gelangte der Zehnköpfige mit seiner Armee in die Region Indras. Die Rakshasa Armee erschütterte den himmlischen Bereich mit Gebrüll wie die aufgewühlte See. Die Nachricht von der Ankunft Ravanas ließ Indra auf seinem Thron erbeben, und er sprach zu den versammelten Göttern, Adityas, Vasus, Rudras, Sandhyas und Maruts: "Bereitet euch auf den Kampf mit dem bösartigen Ravana vor." Daraufhin bewaffneten sich die Himmlischen. Sie alle waren dem Indra ebenbürtig in Kampf und Heldenmut. Mahendra (Indra) jedoch fürchtete sich sehr vor Ravana, stahl sich zu Vishnu und machte seinem Ärger mit folgenden Worten Luft: "Wie soll ich, oh Vishnu, dem Rakshasa Ravana widerstehen? Der höchst kraftvolle Rakshasa kam hierher, um zu kämpfen. Nur durch diesen Segen ist er so mächtig. Uns steht es zu, die von Brahma geäußerten Worte wahr sein zu lassen. Schon oft nahm ich Zuflucht zu deiner Kraft und zerstörte Namuchi, Vitra, Bali, Naraka und Samvara. Triff auch diesmal Vorkehrungen. Es gibt keine andere hervorragende Zuflucht außer dir in den drei Welten, du Herr, Gott der Götter und Sieger über Madhu. Du bist der Würdevolle und ewig existierende Narayana mit dem Lotusnabel. Durch dich beruhigen sich die Welten und auch ich bin befriedet, oh Vishnu, du Herr der Himmlischen. Du hast die drei Welten geschaffen mit allen beweglichen und unbeweglichen Dingen, und in dir wird alles wieder enden zur Zeit der Auflösung, oh glorreiche Gottheit. Sage mir die Wahrheit, Gott der Götter, ob ich kämpfen soll, oder ob du mit Schwert und Diskus den Ravana vernichten wirst."

Lord Narayana erwiderte: "Fürchte dich nicht und höre, was ich sage. Er ist durch den Segen unbesiegbar. Ja, dieser Niederträchtige kann nicht von den Himmlischen oder den Asuras besiegt werden. Durch seine Kraft wird dieser Rakshasa mit seinem Sohn unbezähmbar sein und eine gewaltige Tat vollenden. Oh Herr der Himmlischen, auch wenn du mich bittest, werde ich diesem Rakshasa Ravana im Kampf nicht entgegentreten. Ja, es ist schwer, mich von Ravana fernzuhalten, der vom Segen beschützt wird, denn Vishnu zieht sich niemals von der Schlacht zurück, ohne seine Feinde getötet zu haben. Doch ich verspreche dir, oh Herr der Himmlischen und Vollbringer der hundert Opfer, ich werde bald der Grund für Ravanas Tod sein. Zur rechten Zeit werde ich Ravana und seinen Stamm zerstören zur Freude der Himmlischen. Ich spreche die Wahrheit zu dir, oh König der Götter und Herr von Sachi. Trenne dich von Furcht und kämpfe mithilfe der Himmlischen, oh du mit großer Kraft Gesegneter."

Mittlerweile hatten die Rudras, Adityas, Vasus, Maruts und Aswins wohlgerüstet die Stadt verlassen und erschienen vor den Rakshasas. Das Gebrüll von Ravanas Armee in der Nacht war deutlich von allen Seiten vernehmbar. Alle waren bereit und maßen sich mit Blicken. Die kraftvollen Rakshasas freuten sich sehr auf den Kampf. Doch als die himmlischen Heerscharen vor Beginn der Schlacht diese riesige, unerschöpfliche Armee betrachteten, sank ihnen das Herz. Und es folgte ein Kampf mit schrecklichem Getöse und vielen Waffen zwischen den Rakshasas und den Göttern. Die heroischen Berater Ravanas mit den erbitterten Gesichtern wagten den Ausbruch. Von den kraftvollen Maricha, Prahasta, Khara, Mahaparshwa, Mahodara, Akampana, Nikumbha, Suka, Sarana, Sanghrada, Dhumaketu, Mahadangstra, Gathodara, Jambumali, Mahahrada, Virupaksha, Suptaghna, Yajnakopa, Durmukha, Trishira, Karaveeraksha, Suryasutra, Atikaya, Devantaka und Narantaka umgeben, betrat auch Sumalin, Ravanas Großvater mütterlicherseits, das Schlachtfeld. Mit verschiedenen scharfspitzigen Waffen griff er höchst verärgert das himmlische Heer an, als ob der Wind die Wolken auseinandertreibt. Von den Wanderern der Nacht solcherart bestürmt, floh das Heer der Götter in alle Richtungen davon, wie eine Herde von Rehen, die der Löwe angreift. Doch dann betrat der heldenhafte und tapfere Savitra, der achte Vasu, das Schlachtfeld. Auch er war von Kriegern umgeben und säte Angst in die Herzen seiner Feinde. Weiterhin kamen die zwei Adityas, die höchst mächtigen Tushtha und Pusha, vereint und unerschrocken dazu. Der Kampf wogte gräßlich zwischen Rakshasas und Göttern, denn alle wollten ihren Schlachtenruhm verteidigen. Die Rakshasas setzten den Göttern mit tausenden furchtbarer Waffen zu. Doch auch die Himmlischen schickten die unerschrockenen, kraftvollen und stürmischen Rakshasas mithilfe ihrer untadeligen Waffen in das Reich des Todes. In der Zwischenzeit, oh Rama, geriet Sumalin völlig in Rage, und wie ein Tobsüchtiger kämpfte er mit verschiedenen scharfen Waffen. Wie der Wind die Wolken zerteilt, so richtete der Rasende unter den himmlischen Kriegern eine große Verwüstung an. Von ihm mit einem Sturm an riesigen Pfeilen, Keulen, Prasas und anderen tödlichen Geschossen angegriffen, konnten die Himmlischen ihren Stand im Schlachtfeld nicht verteidigen. Doch über die notleidenden Götter geriet der achte Vasu Savitra in Zorn. Von seinen eigenen Kriegern auf Streitwagen umgeben trieb der höchst Mächtige mit seinem Heldenmut die nun ihrerseits schwerbetroffenen Wanderer der Nacht zurück. Die Schlacht zwischen dem Vasu und Sumalin tobte nun immer heftiger und ließ eines jeden Haare zu Berge stehen. Doch die beiden zogen sich nicht vom Kampf zurück. Sumalins von Schlangen gezogener Wagen wurde vom hochbeseelten Vasu mithilfe seiner riesigen Wurfpfeile hinuntergezogen und zerstört. Nachdem er mit hunderten Pfeilen den Wagen zerstört hatte, griff der Vasu zur Keule, um den Rakshasa zu töten. Mit der Keule, welche eine brennende Spitze hatte und der Schlinge des Todes glich, schlug er Sumalin auf den Kopf. Die Keule traf und leuchtete dabei wie der Feuerbrand eines Blitzes, den Indra entläßt, und der donnernd auf eine Bergesspitze fällt. Vom Schlag dieser Keule wurde Sumalin zu Asche verbrannt und nichts war auf dem Schlachtfeld mehr von ihm zu sehen, weder Knochen, Fleisch noch Kopf. Als die Rakshasas vernahmen, daß er getötet war, rannten sie klagend durcheinander und vom Vasu schwer bedrängt, hielt es sie nicht länger auf dem Schlachtfeld."


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