Pushpak Ramayana Buch 5Zurück WeiterNews

Canto 38 - Sitas Juwel

Mit ihrer weisen Antwort zufrieden antwortete der Vanar: "Wohl hast du gesprochen. Du kannst nicht den rauschenden Wind und die tosenden Wellen ertragen. Dein frauliches Herz würde vor Angst untergehen bevor der Meeresstrand in Sicht wäre. Und deine bescheidene Furcht, daß deine Glieder von den meinen für eine Zeitlang berührt würden, ist derjenigen würdig, deren geehrter Herr Raghus Sohn ist. Als ich dir anbot, dich von hier wegzutragen, sprach ich Worte der Unschuld, denn ich wollte dich Gefangene befreien aus Freundschaft zu deinem Herrn und dir. Doch wenn du mit mir nicht die Passage durch die windigen Himmel versuchen willst, gib mir ein Juwel, damit ich deinem Herrn ein Zeichen übergeben kann, welches er erkennt."

Und die Dame sprach, während Tränen und Seufzer ihre Rede unterbrachen: "Das sicherste aller Zeichen ist, die Geschichte von vergangenem Glück zu erzählen. So sprich in meinem Namen zu Rama: Erinnere dich an den Gipfel Chitrakuta und das grüne Ufer des Baches, welcher neben dem Hügel fließt, wo du und ich zusammen wanderten und uns am verschlungenen Dickicht erfreuten. Dort setzte ich mich mit dir ins Gras und legte mein Haupt auf deine Knie. Es kam eine gefräßige Krähe und hackte nach dem Fleisch, welches ich zu bewachen hatte. Doch der Erdklumpen, die ich warf, nicht achtend, flog sie über meinem Kopf in Kreisen und von großem Hunger getrieben, pickte sie mich dreist in die Brust. Ich rannte zu dir voller Zorn und Wut und bat dich um Rache an dem Dieb. Da erwachte Rama von seinem Schlummer und lächelte mitleidvoll über meinen Kummer. Er sah auf meiner blutenden Brust die Kratzer von Klaue und Schnabel. Er legte einen Pfeil auf den Bogen und entließ ihn auf die schamlose Krähe. Der Schaft war mit magischer Kraft versehen und folgte dem Vogel, wo auch immer er hin flog. Bis er zu Rama zurückfloh und vor seinen Füßen das Haupt neigte. Wenn du für mich von Ärger berührt deinen schrecklichen Pfeil auf einen Vogel abschießt, wie kannst du dem verzeihen, der den Liebling deines Herzens und deiner Seele stahl? Erhebe dich, oh Tapferster der Tapferen, und komm mit all deiner Kraft, mich zu retten. Komm mit dem Donner deines Bogens und wirf den Rakshasa Feind zu Boden." Sie verstummte und nahm aus ihrem prächtigen Haar eine Perle, die dort funkelte, ein Zeichen, welches ihr Ehemann in brennender Liebe erkennen würde. Der Vanarbote beugte in tiefer Verehrung sein Haupt und band das Juwel um seinen Finger, welches sie von ihrem Diadem gelöst hatte.



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