Pushpak Ramayana Buch 4Zurück WeiterNews

Canto 4 - Lakshmanas Antwort

Angeregt durch Ramas Worte erhob sich Freude in der Brust des Vanar und, als er dessen freundliche Stimmung erkannt hatte, flohen seine Gedanken zu König Sugriva. Er überlegte: 'Mein hochbeseelter Herr soll wieder herrschen und in seinen königlichen Status eingesetzt werden, wenn solch ein Mächtiger zur Rettung kommt und freiwillig die Hilfe anbietet, die wir erflehen.' Dann richtete der frohe Hanuman, der Beste aller Vanars, folgende Worte an Rama, wohl geübt in allen alten Künsten der Redetradition: "Warum beschreiten eure Füße diesen Dschungel, der nur von Wesen des Waldes bewohnt wird, dieses schreckliche Gewirr an Bäumen und Dornen, der die blühenden Gehölze der Pampa ziert?" Er sprach. Und Lakshmana setzte gehorsam unter dem Blick von Rama zur Antwort an, um Namen und Schicksal vom hochbeseelten Sohn des Raghu zu enthüllen: "Mit unbeflecktem Ruhm und dem Gesetze treu regierte der glorreiche Dasaratha. Standhaft in seiner Pflicht bewahrte er lange Zeit die vier Kasten(1) vor Vernichtung und Unrecht. In seinem weiten Reich geschah sein Wille, und von allen geliebt, haßte er niemanden. Gerecht zu allen Wesen, ob groß oder klein, sorgte er für alle wie der Gute Herr. Er beging feierlich das Agnishtoma und viele andere Riten, wie es die Priester rieten, und immer wurden Berge von Überfluß an die Brahmanen gegeben für ihre heilige Hilfe.

Hier steht Rama, sein Thronerbe durch Geburt, dessen Name ruhmreich auf Erden erklingt. Er ist die sichere Zuflucht aller Unterdrückten und den Befehlen seines Vaters immer treu. Er, der Ältestgeborene von Dasaratha, den Gaben über allen anderen zieren, der Herr eines jeden imperialen Zeichens und die Zierde seiner königlichen Linie - er ward seines Rechtes beraubt und von zu Hause vertrieben. In den Wäldern wandert er seither mit mir und seiner treuen Dame Sita, die mit ihrem tugendhaften Ehemann ging, wie das süße Licht seinem Herrn, der Sonne, folgt, wenn der Tag zur Neige geht. Auch mich trieb seine liebliche Vollkommenheit, ihm als sein treuer Diener zu folgen. Mein Name ist Lakshmana, ich bin der Bruder meines Herrn mit dem dankbaren Herzen und mit reichem Wissen. Mit ihm teilt man alle Glückseligkeit, denn er sorgt sich stets um das Gute. Während er, von Macht und Herrschaft abgeschnitten, in den wilden Wäldern sein Leben verbrachte, kam ein uns unbekannter Gigant und stahl die alleingelassene Prinzessin. Dann bat uns Ditis Sohn (Kabandha), der, vor langer Zeit verflucht, die Gestalt eines Rakshasas trug, König Sugriva aufzusuchen, damit wir von ihm das Wesen und die Heimat des Räubers lernen sollten. Denn er, der Anführer der Vanars, würde den Wohnort unseres heimlichen Feindes wissen. Solch Worte der Hoffnung sprach Ditis Sohn und suchte die Himmel auf, die ihm seine Taten gewonnen hatten.

Dies ist meine Geschichte. Vom Anfang bis zum Ende haben deine Ohren gehört, was geschehen ist. Der mächtige Herr Rama und ich fliehen zu Sugriva um Hilfe. Der Prinz, dessen Arm sich strahlenden Ruhm gewann, der über die ganze Erde als Monarch regierte und anderen reichste Geschenke gab, kommt nun, die Hilfe von Sugriva zu erflehen. Der Sohn eines Königs, der treueste Freund der Tugend, er, der es liebte, seinen Beistand den Leidenden und Schwachen angedeihen zu lassen, sucht nun Sugrivas Hilfe. Ja, Raghus Sohn, dessen unvergleichliche Hand das von der See umschlossene Land beschützte, der tugendhafte Prinz, mein heiliger Führer, ersucht um Zuflucht an Sugrivas Seite. Seine Gunst für Groß und Klein sollte alle beschützen und gedeihen lassen. Um sich nun Sugrivas Wohlwollen zu gewinnen, suchte er diese Wälder auf. Als Sohn eines Königs von prächtigem Ruhme - wer kennt nicht Dasarathas Namen? - von dem alle Prinzen dieser Erde rechte und angemessene Ehre empfingen, als Thronerbe des Besten dieser irdischen Könige, Rama, der Prinz, dessen Herrlichkeit durch die unteren Regionen, die Erde und die Himmel klingt, bittet um Zuflucht bei Sugriva. Der Vanarkönig sollte nicht die Gabe verweigern, um die der unterwürfig Bittende fleht, und mit seinen Dschungellegionen eilen, ihn aus seiner dringenden Not zu retten."

So seufzte und flehte Sumitras Sohn mit feuchten Augen und mitleidsvollen Tränen. Da antwortete Hanuman geübt in den Künsten, die alle Redner leiten: "Ja, ihr Herren mit den weisesten Gedanken, die ein glückliches Schicksal hierherführte, die ihr den Zorn besiegtet und jeden Sinn beherrscht, ihr müßt eine Audienz bei unserem Herrn haben. Von seinem Königreich getrennt, traurig und einsam, einst Balis Haß nun Balis Verachtung, besiegt und von seiner Gemahlin getrennt, wandert er unter den Zweigen des Waldes, das Kind der Sonne, unser Herr und König. Sugriva wird seinen Beistand gewähren und alle unsere vereinten Vanararmeen werden deine Dame aufspüren, die du finden möchtest." Mit sanfter Stimme und gewinnender Anmut sprach der gute Vanar und rief dann zu Raghus Sohn: "Komm, laß uns zu Sugriva eilen." Er sprach, und für seine lieblichen Worte ehrte ihn der gute Lakshmana. Dann wandte er sich an Raghus Sohn und rief: "Erachte deine Aufgabe als schon getan, denn der Beste der Vanars, Sohn des Gottes, der den Wind regiert, erklärt, daß dir Sugriva, der selbst in Not ist, helfen wird. Und ein helles Schimmern der Freude überzog seine Stirn, als er glückliche Worte der Hoffnung sprach. Denn niemals würde ein so Heldenhafter es wagen, unsere Herzen mit vergeblicher Hoffnung aufzumuntern." Er sprach, und Hanuman der Weise warf seine Verkleidung als Bettler ab und nahm wieder seine Vanargestalt an, der Sohn des Wind- und Sturmgottes. Schnell lud er die heroischen Söhne des Raghu auf seine breite Brust und ging mit raschen Schritten davon, den Herrscher der Vanars zu finden.



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(1) Brahmanen/Priester, Kshatriyas/Könige und Militärs, Vaisyas/Händler, Sudras/Diener