Pushpak Ramayana Buch 3Zurück WeiterNews

Canto 74 - Kabandhas Tod

So lehrte der weise Kabandha die Mittel, die gesuchte Dame zu finden. Er bestärkte sie nochmals in ihrer Suche und sprach weiterhin zum Prinzen: "Folge diesem Pfad, oh Sohn des Raghu, wo die schönen Bäume ihre entzückenden Blüten zeigen und sich weit nach Westen erstrecken, wo die herrlichen Rosenäpfel ihr Laub ausbreiten und hoher Jak und Mango wachsen. Wenn immer du willst, besteige diese Bäume oder schüttele und beuge ihre Äste. Iß ihre schmackhaften Früchte wie Amrit und eile weiter mit willigen Füßen. Lauf hinter diesen schattigen Wald, der mit blühenden Bäumen bedeckt ist. Dort wirst du einen anderen Hain finden, der deinen Geist mit allen Freuden erfüllt, der wie Nandan (der Garten Indras) seinen Zauber enthüllt oder die gesegneten Schatten des nördlichen Kuru Landes. Dort lassen Bäume ihre linden Säfte fließen, und die Früchte wachsen das ganze Jahr über. Wo die immer schönen Schatten sich in allen Jahreszeiten mit Chaitraratha (der Garten Kuveras) vergleichen können. Wo die Bäume, deren Zweige sich unter den Früchten beugen, sich hoch wie Berge oder Wolken erheben. Dort mag, wenn du es wünschst, Lakshmana die überladenen Bäume erklettern oder von den Zweigen die süßen Früchte schütteln, die mit Amrit wetteifern. Folge weiter dem Pfad, von Wald zu Wald, von Hügel zu Hügel, und endlich werden deine Augen auf der lotusbedeckten Brust der Pampa ruhen. Ihre Ufer fallen mit sanfter Neigung hinab, keine Steine oder stachlige Unkräuter beleidigen die Augen, und Lotus und Lilien erstrecken sich über das sanfte Bett aus silbrigem Sand. Dort spielen Schwäne, Enten und Brachvögel, scharfäugige Fischadler beobachten ihre Beute, und von den klaren Wellen hört man die fröhlichen Stimmen der Wasservögel. Sie lernten nie, einen Feind zu fürchten, und fliegen nicht auf, wenn ein Mensch sich naht. Und so fett wie Butterkugeln werden sie deinen Hunger stillen, wenn du magst. Dann wird Lakshman mit seinen Pfeilen die Fische fangen, die in Teich und See schwimmen, alle Gräten, Schuppen und Flossen entfernen, die gefleckte Haut abstreifen und auf eisernem Spieß die schmackhafte Beute als deine Mahlzeit braten. Du sollst auf einem Lager aus Blumen dich ausruhen und das Mahl zu dir nehmen, das seine Hände zubereitet haben. Dort, am Ufer der Pampa sollst du liegen, und Lakshmans Hände sollen dir Trank reichen, indem er ein Lotusblatt mit kühlem Wasser von einer kristallklaren Quelle füllt, zu dem die sich öffnenden Blüten von Hyazinthen ihren reichen und göttlichen Duft geben. An deiner Seite wird Lakshmana am Ende des Tages durch die Wälder streifen und dir zeigen, wo die Affen in Höhlen unterhalb des Berghanges schlafen. Mit dröhnenden Stimmen wie Bullen springen sie heraus und suchen die Flut von Durst gepeinigt. Und wenn sie ihr Verlangen gestillt haben, ruht sich die wohlgenährte Meute am Ufer der Pampa eine Weile aus. Wenn du des Abends wanderst, wirst du reiche Trauben an Büschen und Bäumen hängen sehen. Die rosenfarbenen Fluten der Pampa umspülen die Ufer, und bei dem Anblick wirst du deinen Kummer vergessen. Du wirst mit sonderbarem Entzücken jede liebliche Blume bemerken, die des Nachts erblüht, während die Lilienknospen vom Tag zusammenschrumpfen und ihre reizende Zerbrechlichkeit zeigen. In dieser fernen Wildnis wird keine andere Hand als die deine die unvergleichlichen Blumen in Kränze winden. Unsterblich sind sie in ihrem unveränderlichen Stolz, niemals welken diese Blüten oder trocknen aus.

Dort verbrachten einst die Schüler von Matanga ihre Tage und widmeten sich heiligen Gedanken. Einmal suchten sie für ihren Meister nach Nahrung und brachten Berge von Beeren und Früchten. Als sie sich damit durch das Tal mühten, fielen von ihren Gliedern und Stirnen die Schweißtropfen. Aus denen wuchsen und blühten diese wunderbaren Bäume. Solch heilige Kraft haben Anhänger. Da sie von den Schweißtropfen der Eremiten stammen, ist ihr Wuchs immer frisch und jung. Savari lebt immer noch dort, die all den dahingegangenen Einsiedlern diente. Unter den Schatten von heiligen Zweigen bewahrt die alte Jüngerin ihre Gelübde. Ihre glücklichen Augen werden sich auf dich richten, oh gottgleicher Prinz, und von allen verehrt wird sie, deren Leben frei von Sünde ist, sich einen glückseligen Platz im Himmel gewinnen.

Doch überquere den Strom, oh Sohn des Raghu, und geh zum westlichen Ufer. Dort werden deine Augen tief im Walde eine ruhige Einsiedelei finden. Keine wandernden Elefanten dringen dort in die Stille dieses heiligen Schattens ein. Durch die Kraft des Heiligen Matanga aufgehalten meiden sie jede geweihte Hütte. Durch viele Zeitalter standen diese Bäume dort weltberühmt im Matanga Wald, doch geh weiter auf deinem Weg, Raghus Sohn. Durch Schatten, in denen Vögel lautstark singen, und die so schön sind wie Nandan oder die gesegneten Wälder, in denen die unsterblichen Götter wandern. Im Osten der Pampa und nahebei erhebt sich vollständig zu sehen die waldbekrönte Höhe des Rishyamuka. Es ist schwer, diesen steilen Hang zu erklimmen, wo die Schlangen ungestört schlafen. Mit seiner überragenden Gestalt wurde er in alter Zeit durch Brahma geschaffen. Wenn der Tag zur Neige geht, und die Freien und Freigebigen auf seinem Bergeskamm ruhen, dann mögen sie träumen. Welch Reichtum oder Freude sie in ihren Träumen auch sehen, erwachend finden sie die Vision wahr geworden. Doch wenn ein Schurke mit Verbrechen befleckt diesen heiligen Berg zu erklimmen versucht, dann werfen die Dämonen in ihrem Zorn den schlafenden Wicht vom Gipfel. Lang und laut ist dort das Brüllen der Elefanten an den Ufern der Pampa zu hören, die nahe Matangas Wohnort weilen und in den Wassern baden und spielen. Sie schwelgen eine Weile in der Flut, und ihre Schläfen sind mit Strömen wie von Blut gefärbt. Dann wandern sie weiter und zerstreuen sich wie riesige, dunkle Wolken bevor sie bersten. Doch bevor sie weggehen, trinken sie sich satt an dem hellen und reinen Wasser des Flusses, welches der Berührung angenehm ist durch die Düfte von allen göttlich süßen Blumen. Dann eilen sie fort vom Fluß und verstecken sich tief im schützenden Dickicht. Du sollst Bären und Tiger sehen, deren weiches Fell die Farbe von Saphiren hat. Auch silbrige Hirsche wandern dort und werden harmlos deine Gegenwart fliehen.

Hoch in der bewaldeten Flanke des Berges liegt eine schöne Höhle, tief und weit. Sie ist schwer zu erreichen, denn Berge von Felsen blockieren den Eingang der Höhle. Am östlichen Tor glänzt ein weiter Teich mit frischem und kühlem Wasser, und es gibt reichlich Früchte und Wurzeln dort, und dichte Bäume beschatten den grasigen Boden. In dieser Bergeshöhle leben der tugendbeseelte Sugriva und seine Vanars, und oft sucht der mächtige Anführer den Gipfel des turmhohen Berges auf." So gab Kabandha hoch oben aus der Luft seinen Rat an das königlich Paar. Um seinen Hals trug er immer noch den Kranz, und er war strahlend wie die Sonne. Die prinzlichen Brüder erhoben ihre Augen und blickten erstaunt auf dieses glückselige Wesen. "Siehe! Wir gehen. Keinen Aufschub mehr." riefen sie, "Beginne deinen himmlischen Aufstieg." Und Kabandhas Stimme erwiderte: "Lauft los, setzt eure Suche fort und Glückseliges wird geschehen." Dies sprach er zu den glücklichen Prinzen und machte sich auf seine himmlische Reise. So gewann sich Kabandha erneut eine Gestalt, die wie die Sonne glitzerte und ohne jeden Fleck oder Makel war. Und so bat er Rama aus der Luft, den großen Sugriva aufzusuchen und seine liebe Freundschaft zu gewinnen.


Zurück Inhaltsverzeichnis Weiter