Pushpak Ramayana Buch 3Zurück WeiterNews

Canto 67 - Rama besänftigt

Als Rama von den Stichen der Sorge tief durchbohrt, wie ein hilfloses Wesen lamentierte und von riesigem Leid verstört im Labyrinth der verwirrten Gedanken verloren war, da beruhigte ihn Sumitras Sohn mit liebender Fürsorge in dessen wilder Verzweiflung. Während er seine Füße sanft berührte sprach er folgende Worte zum Prinzen: "Für seine strengen Gelübde und edlen Taten ward Dasaratha mit Nachkommen gesegnet. Dich erhielt der König zum Sohn, wie die Götter sich Amrit verdienen. Deine sanfte Anmut gewann sein Herz und wie Bharata erzählte, starb der Monarch, viel zu schwach, um von dir getrennt zu leben. Nun lebt er hoch droben und ist aufgenommen inmitten der Götterschar. Wenn du, oh Rama, diesen Kummer nicht ertragen wirst, der dich mit Verzweiflung erfüllt, wie soll ein schwächerer Mann in seiner Mittelmäßigkeit und Gebrechlichkeit denn jemals hoffen, mit Leid fertig zu werden? Fasse dich, edelster Prinz, ich flehe dich an. Welcher Mann, der atmet, ist frei von Kummer? Unglück kommt, brennt wie ein Flamme, und vergeht so schnell wie es kam. Yayati, der Sohn des Nahush, regierte mit Indra auf dem Thron, den er sich gewann. Doch wegen eines winzigen Vergehens fiel er und klagte für eine Weile um die Konsequenzen. Vasishta, der verehrte Heilige und Weise, der Priester unseres Herrn von Jugend an, bekam einhundert Söhne. Doch sie starben an einem einzigen Tag. Und sie, die von allen verehrte Königin, unsere geliebte Mutter Erde selbst fühlt nicht selten ein furchtbares Fieber, wenn sie bebt und taumelt. Und diese Zwillingslichter, Sonne und Mond, der Welten große Augen, auf die das Universum vertraut, wird ihr Glanz nicht von Zeit zu Zeit von der Eklipse angegriffen, bis ihr Feuer verblaßt? Die mächtigen Kräfte und auch die gesegneten Unsterblichen beugen sich einem Gesetz, das niemand anfechtet. Kein Gott und kein körperliches Leben ist befreit vom höchsten Beschluß des alles besiegenden Schicksals. Shakra selbst muß den Lohn von tugend- oder sündhaften Taten ernten.

Und du, oh großer Herr der Menschen, willst du hilflos in deinem Elend ertrinken? Nein, selbst wenn die Dame verloren oder tot sei, oh Held, bleibe dennoch ruhig und klammere dich nicht für ewig an überwältigendes Leid wie die Gemeinen und Niederen. Menschen wie du, mit feurigen, weitsichtigen Augen verbringen ihre Zeit nicht mit endlosen Seufzern. In schrecklicher Not und überwältigendem Übel sind ihre männlichen Blicke immer hoffnungsvoll. Halte dich daran, großer Prinz, und halte ernsthaft die Wahrheit aufrecht. Mit Hilfe der Vernunft lernen die Weisen, Gutes und Böses zu erkennen. Wo Sünde und Reinheit wenig bewußt sind, dort zeigen die wechselvollen Leben nur ein schwaches Licht. Ohne manch klare und eindeutige Tat erkennen wir nicht, wie die Früchte zum Erfolg führen. In alten Zeiten, oh du höchst Mutiger, gaben deine Lippen mir diesen Rat. Vrihaspati (der Lehrer der Götter) selbst könnte kaum neue Weisheit finden, deinen Geist zu belehren. Denn dein ist Verstand und höchste Begabung, wie sie sich für Kinder des Himmels ziemt. Ich erwecke dein von Schmerzen betäubtes Herz und rufe es wieder zurück ins tätige Leben. Zeige männliche, göttergleiche Energie und setze weiter auf diese edelste Stärke, deine eigene nämlich. Kämpfe, Bester der alten Ikshvaku Linie, kämpfe bis der besiegte Feind geschlagen ist. Wo sind denn Gewinn oder Freude, wenn deine schreckliche Wut die Welten zerstört? Suche, bis du den wirklich schuldigen Feind gefunden hast, und dann laß deine Hand keine Gnade kennen."


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