Pushpak Ramayana Buch 3Zurück WeiterNews

Canto 23 - Die Vorzeichen

Als die riesige, wilde und bewaffnete Truppe auf dem Weg war, schüttete eine gräßliche Wolke voll Staub und Düsternis und mit schrecklichem Donner in ihrem Leib als trauriges Vorzeichen eine Flut von Wasser vermischt mit Blut aus. Die Rosse des Monarchen, obwohl stark und schnell, stolperten und fielen, trotzdem sie über ein Bett von frisch gesammelten Blumen auf der königlichen Allee schritten. Kein Sonnenstrahl kämpfte sich aus der düsteren Scheibe in mitternächtlichem Schatten, die am Rande mit einem Streifen von blutigem Rot eingefärbt war, als wären wirbelnde Fackeln hoch droben. Ein Geier von riesiger Größe und schrecklich mit seinen grausamen Augen ließ sich auf dem goldbeladenen Mast nieder, wo die Flagge in vielen Falten hing. Jeder gefräßige Vogel und jedes Raubtier aus Janasthans wildem Dickicht erhob sich mit langen und mißtönenden Schreien und versammelte sich, als die Armee vorbeimarschierte. Von Süden erklangen lange, wilde, schrille und unheilverkündende Stimmen. Wie Elefanten in rasender Laune kamen weite Wolken, gräßlich und dunkelgefärbt, bedeckten den ganzen Himmel und trugen ihre Last von blutigem Wasser. Oben, unten und an allen Seiten erstreckten sich dichte Schatten von seltsamer und grausiger Dunkelheit. Auch konnte der wild umherirrende Blick keinen Punkt oder irgendeine Himmelsrichtung erkennen. Dann breitete sich ein roter Farbton aus, obwohl die Abendröte noch nicht fällig war, während jeder Vogel der bösen Omen den König mit grellsten Schreien angriff. Es schrien Geier und Kraniche, und auch der laute Schakal jaulte auf. Jedes scheußliche, Unheil verkündende Wesen erklärte mit klaffendem Maul, welches zischte und loderte, den kommenden Kampf zum Desaster und Ruin der Armee. Die Eklipse vertrieb zur Unzeit die Helligkeit des Herrn des Tages und neben ihm erglühte ein keulenartiger Komet, der Leid verkündete. Als die Sonne nicht mehr gesehen ward, erhob sich ein starker Wind. Die Sterne verstrahlten ihr Licht wie Glühwürmchen, ohne auf die Nacht zu warten. Die Lilien erschlafften, die Bäche trockneten aus, die Fische und Vögel in ihnen starben. Und jeder Baum, der einst so schön mit Früchten und Blüten versehen war, ließ alle Blätter fallen und war entblößt. Der wilde Wind erstarb. Und doch wirbelten dunkle Staubwolken hoch auf und bedecken den Himmel. Mit lang anhaltendem, trübseligen Gezwitscher klagten die ruhelosen Sarikas, und vom Himmel kamen brüllend mit Blitz und Flamme schreckliche Meteore. Sie ließen die Erde bis in die Tiefen erzittern samt Felsen, Baum, Ebene und Fluß, als Khara mit triumphalem Schrei auf seinem Wagen ausrückte.

Sein linker Arm pochte, er wußte wohl um dieses Zeichen, und sein Mut sank. Jedes schreckliche Omen erblickte der Gigant und plötzlich benäßten Tränen seine Augen. Schwarz und zitternd saß die Sorge auf seiner Stirn, doch verrückt vor Zorn kehrte er nicht um. Der König starrte auf jedes üble Zeichen, das einem die schaudernden Haare zu Berge stehen ließ, und lachend in sinnlosem Stolz rief er seinen Dämonenlegionen zu: "Zu größter Kraft geboren, lache ich verächtlich über diese schwachen Zeichen. Ich kann die Sterne, die im Himmel scheinen, mit meinen scharfen Pfeilen herunterholen. Angetrieben von kriegerischer Raserei kann ich sogar den Tod selbst sterben lassen. Ich werde nicht heimkehren, bis meine spitzen Pfeile den übermäßig stolzen Sohn des Raghu mit Lakshmana an seiner Seite erschlagen haben. Und sie, meine Schwester, wegen der diese Raghusöhne ihr Verhängnis ereilt, soll mit entzückten Lippen das Lebensblut von den erschlagenen Feinden trinken. Fürchtet nicht um mich: Niemals traf mich Niederlage, nie ward ich in der Schlacht besiegt. Fürchtet nicht um mich, ihr Giganten, wahr sind die stolzen Worte, die ich zu euch spreche. In meinem Zorn fällt vor mir der König der Götter, der hoch droben regiert, vom wilden Airavat getragen und mit dem Donner in der Hand. Und diese beiden sollen meinem Zorn widerstehen?" Er endete. Das Dämonenheer hörte die triumphale Prahlerei und begeisterte sich mit gleichem Stolz, verfangen in der Schlinge des Schicksals.

Es trafen sich weit oben in strahlender Aufmachung die Götter und Gandharvas, Heilige und Weise mit Wesen, die völlig rein von irdischer Befleckung waren, und deren Augen sich danach sehnten, den Kampf zu schauen. Mit guten Taten aus vergangenen Tagen gesegnet, sprachen sie zueinander über ihre Gedanken: "Freude den Brahmanen, Freude den Kühen und allen, die in der Welt als halb göttlich gelten. Möge Raghus Abkömmling die Söhne des Pulastya im Kampfe besiegen, welche bei Nacht wandern." In Worten wie diesen und vielen mehr drückten die hochbeseelten Heiligen ihre Hoffnungen aus und schauten mit eifrigen Blicken von dort herab, wo die Wagengeborenen mit den Göttern in der Luft schweben. Unter ihnen sahen sie die sich weit erstreckende Menge der todgeweihten Dämonen. Sie sahen weit vor der Armee das mit Raserei angetriebene Gefährt von Khara. Gleich dahinter kamen die Anführer, zwölf Giganten, ihm an Stärke und Ruhm ebenbürtig. Vier weitere Führer drängten sich hinter Dushan und vor dem Rest. Ungestüm, grausam, dunkel und schrecklich waren sie, alle dürsteten nach Schlacht, und das Heer der Gigantenkrieger eilte voran auf seinem Weg. Mit gieriger Hast erreichten sie den Ort, an dem die prinzlichen Zwei lebten, wie ein Bündnis von Planeten, die gekommen waren, um Sonne und Mond auszulöschen.


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