Pushpak Ramayana Buch 3Zurück WeiterNews

Canto 21 - Khara wird erneut herausgefordert

Er sah sie tief im Staube liegen, und Kharas Zorn erhob sich fürchterlich. Laut schrie er ihr zu, die zurückkam mit schändlich durchkreuzten Absichten: "Ich habe dir auf deine Bitte hin meine mutigsten Riesen mitgegeben, die Besten von denen, die sich von Erschlagenem ernähren. Warum weinst du schon wieder? Meine vertrauensvolle, edle und loyale Mannschaft ist immer den Interessen ihres Meisters treu. Auch wenn sie in blutiger Schlacht verwundet würden, wären sie doch dem Wort ihres Monarchen gehorsam. Nun, meine Schwester, würde ich gern den Grund deiner Angst und Verzweiflung erfahren. Warum krümmst du dich hier wie eine Schlange und schreist in wilder Sorge nach Hilfe? Nein, liege nicht so in niederer Haltung, lege deine Schwachheit ab und erhebe dich!"

Dann linderte er mit besänftigenden Worten die Raserei ihres Kummers. Langsam trocknete sie ihre weinenden Augen und antwortete ihrem Bruder: "Ich suchte dich in Schande und Angst auf mit abgetrennter Nase und verstümmelten Ohren. Meine klaffenden Wunden bluteten in Strömen, ich suchte dich und ward getröstet. Diese zweimal sieben Giganten, tapfer und stark, die du aussandtest, das Übel zu rächen und den brutalen Rama nebst Lakshmana zu töten, welche mich so mißbrauchten - Weh! - die Pfeile von Rama flogen durch die Körper meiner Krieger. Obwohl sie wie verrückt ihre Speere handhabten, starben sie durch seine besiegende Macht. Ich sah sie, die für Stärke und Geschwindigkeit Berühmten, ich sah sie fallen und bluten. Ein großes Zittern befiel jedes meiner Glieder ob der großen Heldentat, die Rama erzielte. Verstört, verängstigt, verzweifelt und furchtsam floh ich erneut zu dir um Hilfe. Während Terror meine verstörte Sicht heimsucht, suche ich dich, du Wanderer der Nacht. Kannst du deine Schwester nicht aus diesem uferlosen, weiten und unruhigen Meer befreien, dessen Haie Sorge und Terror heißen, und wo jede sich aufbäumende Welle dunkle Verzweiflung ist? Der Zug der Giganten liegt darnieder, von den Pfeilen des umbarmherzigen Rama erschlagen. Und alle vierzehn mächtigen, sich von Blut nährenden Dämonen, die mir folgten, sind tot. Nun, wenn in deiner Brust Mitgefühl für sie und Liebe für mich sein mag, wenn du, oh Wanderer der Nacht, Heldenmut besitzest und mit ihm kämpfen würdest, dann unterwirf den grausigen Feind der Dämonen, der in Dandakas dichter Wildnis lebt. Doch wenn dein Arm vergebens versucht, diesen Beseitiger seiner Feinde zu schlagen, dann wird deine Schwester beschämt und unrecht behandelt sicher hier vor deinen Augen sterben. Doch zu gut, zu gut nur sehe ich, daß du, so stark du im Kampfe auch sein mögest, nicht in der Schlacht dem Rama widerstehen kannst, wenn er dir Mann gegen Mann gegenübersteht. Geh fort, du Held nur dem Namen nach, anmaßende Macht kannst du nicht für dich fordern. Ruf Freunde und Familie zusammen, bleib nicht länger hier, fort von Janasthan, nur fort! Schande über dein Geschlecht! Nur die Schwachen allein mögen von deinem Arm besiegt niedersinken. Fliehe Rama und seinen Bruder. Diese Männer sind zu stark für dich. Wie kannst du hoffen, du Schwacher und Gemeiner, diesen Wald zu deiner Wohnstatt zu machen? Von Ramas unvergleichlicher Kraft besiegt, wirst du bald sterben. Denn Rama ist ein Held der mutigen Taten und stammt von Dasaratha ab. Und kaum von schwächerer Kraft ist sein Bruder, der mich verstümmelte."

So weinte und forderte die grimmige und mißgestalte Gigantin in tiefem Schmerz. Vor den Füßen ihres Bruders lag sie und von Trauer überwältigt wurde sie ohnmächtig.


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