Pushpak Ramayana Buch 2Zurück WeiterNews

Canto 38 - Die Sorge um Kausalya

Als die traurige und verärgerte Menge Sita in ihrer Bastkleidung sah, zwar verheiratet, aber wie ein verwitwetes Kind, da riefen alle aus: "Schande über dich, König!" Durch ihre Schreie und zornigen Blicke schwer getroffen, verließ den Herrn der Erde mit einem Male alle Hoffnung in das Leben, was ihm noch blieb, in die Pflicht, sich selbst und in seinen unbefleckten Ruhm. Ikshvakus Sohn wandte sich mit brennenden Seufzern an Kaikeyi und sprach: "Nein, Sita muß nicht in der Kleidung der Asketen fliehen. Mein heiliger Berater hat die Wahrheit gesprochen: In ihrer Jugend ist sie noch nicht bereit, die Härten des Waldes zu ertragen, so zart erzogen, sanft und schön. Wie hat sie gesündigt, ergeben und treu, des edelsten Monarchen Kind, daß sie in der rauhen Hülle in die Wildnis gehen muß? Daß sie ihre jugendliche Tage unter Einsiedlern verbringen soll, wie eine arme Bettlerin, die schwer geplagt durch das Land streift? Ach, laß Janaks Kind die Kleidung aus Bast von sich werfen und die königliche Dame mit königlichem Reichtum versehen davonziehen. Solch ein Versprechen gab ich nicht. Was hier geschieht, ist unrecht. Der Eid, den ich Sünder schwor, ist eingehalten und betrifft nicht sie. Ihre kindliche Liebe hat mich gewonnen, und dies wäre mein sofortiger Tod, gerade wie die Blüten am alten Bambus den elterlichen Baum zerstören. Wenn auch irgend etwas, was Rama getan, dich beleidigt hat, oh du Niederträchtige, welch kleinste Sünde kannst du in ihr finden, du Schlimmste der Frauen? Welch Schatten eines Fehlers erscheint in ihr, deren große Augen denen eines Rehs gleichen? Was kannst du in Janaks Kind verurteilen, die so sanft, ehrlich, treu und mild ist? Genügt nicht ein Verbrechen, das meinen Rama in die Verbannung schickt? Willst du noch mehr Sünden begehen, du Gemeine, um alles zu verdoppeln? Dies ist der Eid, den ich schwor, als Rama zur Weihe kam, den du verlangtest, und nicht mehr. Wenn du damit nicht zufrieden bist, dann soll deine Strafe in der Hölle auf dich warten, wenn du mit Freude die Glieder der Maithili Braut in Einsiedlerkleidung zwingen willst."

So sprach der Vater in seinem Leid. Und Rama, nach wie vor bereit zu gehen, sprach zu ihm, der mit herabhängendem Kopfe saß: "Nun König, hier steht meine liebe Mutter, die alle verehren. Unterwürfig, sanft und alt ist sie und bewahrt ihre Lippen davor, dich zu beschuldigen. Ihr bleibt ohne mich, freundlicher König, nur ein tiefes Meer von überwältigender Trauer. Oh bitte zeig ihr in ihrem neuen Kummer weiterhin deine zärtliche Liebe und Zuneigung. Laß sie, wohl geehrt von deiner achtsamen Hand, ihrem Gram standhalten, denn mit ihren beständigen Gedanken an mich lebt sie in mir als Anhängerin.

Du Ebenbürtiger des Mahendra, sei ihr gnädig. Ich bitte dich, behandle meine sanfte Mutter so, daß sie, wenn ich weit entfernt bin, nicht ihr Leben aufgibt, und sie nicht vor lauter Kummer in das Reich des Yama eingeht."


Zurück Inhaltsverzeichnis Weiter